Inkscape-Anleitung für Anfänger

Die Grundlagen für Ihre erste SVG-Datei – Schritt für Schritt

Für den Einstieg in Inkscape sollten Sie zunächst drei Konzepte verstehen: Formen, Texte und Pfade. Anders als ein Bildbearbeitungsprogramm arbeitet Inkscape mit Vektorobjekten, die Sie ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößern können – genau das ist der Vorteil des SVG-Formats.

Ihr erstes Ziel kann ganz einfach sein: ein Dokument anlegen, einen Kreis zeichnen, einen Text schreiben, die Farben ändern und das Ergebnis als PNG exportieren. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt dorthin.

Noch nicht installiert? Inkscape kostenlos herunterladen – und falls die Oberfläche englisch startet: Inkscape auf Deutsch einstellen.

1. Ihr erstes Dokument anlegen

Beim Start öffnet Inkscape ein leeres Dokument. Die Größe legen Sie unter Datei → Dokumenteinstellungen fest: DIN A4 für den Druck oder eine Pixelgröße für das Web. Machen Sie sich am Anfang keine großen Gedanken über diese Wahl – Vektorgrafiken lassen sich verlustfrei skalieren.

2. Formen zeichnen

Die Werkzeugleiste links enthält die Grundformen:

  • Rechteck (R): Klicken und über die Zeichenfläche ziehen.
  • Kreis/Ellipse (E): Halten Sie Strg gedrückt für einen perfekten Kreis.
  • Sterne und Polygone (*): Die Anzahl der Zacken stellen Sie in der oberen Leiste ein.

Um die Füllfarbe zu ändern, klicken Sie auf eine Farbe in der Palette am unteren Rand. Für die Kontur klicken Sie mit Umschalt + Klick auf die Farbe. Volle Kontrolle (Deckkraft, Strichstärke, Farbverläufe) bietet das Bedienfeld Objekt → Füllung und Kontur.

3. Text hinzufügen

Wählen Sie das Werkzeug Text (T), klicken Sie auf die Zeichenfläche und schreiben Sie. In der oberen Leiste ändern Sie Schriftart und Größe. Ein Text bleibt bearbeitbar, solange Sie ihn nicht in einen Pfad umwandeln (Pfad → Objekt in Pfad umwandeln) – praktisch, um die Buchstaben eines Logos zu verformen, aber tun Sie das erst ganz zum Schluss.

4. Pfade verstehen

Der Pfad ist das Grundelement jeder Vektorgrafik: eine Folge von Punkten (Knoten), die durch Kurven verbunden sind. Zwei zentrale Werkzeuge:

  • Bézier-Kurven (B): Klicken Sie, um Punkte zu setzen, Doppelklick zum Abschließen.
  • Knoten-Editor (N): Wählen Sie einen Pfad aus und verschieben Sie seine Knoten und Anfasser, um die Kurven anzupassen.

Mit den booleschen Operationen (Pfad → Vereinigung, Differenz, Überschneidung) kombinieren Sie einfache Formen zu komplexen – die Grundtechnik beim Gestalten von Logos.

5. Ihre Arbeit exportieren

  • SVG: Datei → Speichern. Das ist das native Format – bewahren Sie immer diese Version auf.
  • PNG: Datei → Exportieren (Umschalt+Strg+E), wählen Sie den Bereich (Seite, Auswahl) und die Auflösung.
  • PDF: Datei → Kopie speichern, Format PDF – ideal für den Druck oder den Versand.

Klassische Anfängerfehler

  • In winziger Größe arbeiten und dann zoomen: Bei Vektoren unnötig – zeichnen Sie in bequemer Größe.
  • Kontur entfernen mit weißer Kontur verwechseln: Eine weiße Kontur bleibt auf farbigem Hintergrund sichtbar.
  • Vergessen, die Objekte eines Elements zu gruppieren (Strg+G), bevor Sie sie verschieben.
  • Als PNG exportieren und das SVG löschen: Behalten Sie immer die Quelldatei.

Zum Weiterlernen