Grafiken mit Inkscape animieren

4 Juni, 2024

Inkscape bringt keine Zeitleiste mit – SVG-Grafiken lassen sich trotzdem animieren. Die Wege im Überblick: Erweiterungen, eigenständige Programme und Animation per SMIL, CSS oder JavaScript.

Diseñador gráfico trabajando en una computadora, con varias pantallas mostrando diferentes programas de animación como Inkscape, GIMP y Synfig Studio.

Inkscape animiert nicht selbst – eine Zeitleiste wie in einem Animationsprogramm gibt es nicht. Das heißt aber nicht, dass Ihre Zeichnungen unbewegt bleiben müssen: SVG ist ein Format, das sich hervorragend animieren lässt. Sie brauchen nur den passenden Weg – über eine Erweiterung, ein eigenständiges Programm oder ein paar Zeilen Code.

Erweiterungen für Inkscape

  • JessyInk – seit Version 0.91 mitgeliefert. Damit bauen Sie animierte Präsentationen, die direkt im Browser laufen: Das nötige JavaScript wird in die SVG-Datei eingebettet, eine zusätzliche Software braucht niemand. Sie finden es unter Erweiterungen → JessyInk.
  • Sozi – erzeugt Präsentationen mit Zoom-, Verschiebe- und Drehfahrten durch eine große Zeichnung. Sozi begann als Inkscape-Erweiterung und ist heute ein eigenständiges, flexibleres Programm; nehmen Sie die eigenständige Version.
  • XIA – macht aus einer SVG-Zeichnung interaktive HTML5-Inhalte mit Klick-, Hover- und Zoom-Effekten, etwa für den Unterricht. Quellcode und Beispiele im Projekt-Repository.

Eigenständige Programme

  • GIMP – der freie Bildeditor baut aus mehreren aus Inkscape exportierten PNG-Bildern ein animiertes GIF. Der einfachste Weg, wenn das Ergebnis überall funktionieren soll (Dokumentation).
  • Synfig Studio – freie 2D-Animationssoftware, die SVG-Dateien importiert. Sie arbeitet mit Keyframes und rechnet die Zwischenbilder selbst aus (synfig.org).
  • Tupi – freie 2D-Animation mit Vektor- und Rasterunterstützung, angenehm einsteigerfreundlich und mit vielen Beispielen (maefloresta.com).

Animation per Code

Wer die volle Kontrolle will, animiert das SVG direkt. Die drei üblichen Wege, von einfach nach mächtig:

SMIL

SMIL animiert direkt in der SVG-Datei, ohne jede externe Datei – die Grafik bleibt eine einzige, in sich geschlossene Datei. Alle aktuellen Browser unterstützen es. Ein guter Einstieg ist A Guide to SVG Animations (SMIL) von Sara Soueidan.

CSS

Ist das SVG in die Seite eingebettet, animieren Sie seine Elemente wie jedes andere HTML-Element – mit transition und @keyframes. Das ist der bequemste Weg für Hover-Effekte, pulsierende Icons und einfache Bewegungen.

JavaScript

Die größte Flexibilität, aber auch der größte Aufwand: Per JavaScript lässt sich jeder Aspekt einer SVG-Grafik zur Laufzeit verändern und auf Nutzereingaben reagieren. Bibliotheken wie Snap.svg, D3.js und SVG.js nehmen Ihnen dabei viel Arbeit ab.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

  • Präsentation → JessyInk oder Sozi.
  • Kurzes GIF für soziale Netzwerke → GIMP.
  • Richtiger Zeichentrick → Synfig oder Tupi.
  • Animiertes Icon auf einer Website → CSS, sonst SMIL.
  • Interaktive Grafik → JavaScript.

In allen Fällen bleibt Inkscape das Werkzeug, mit dem die Zeichnung entsteht – sauber aufgebaut, mit sinnvoll benannten Ebenen und Gruppen. Genau das macht die Animation hinterher einfach.

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